Guten Tag,
herzlich willkommen im Betroffenen-Netzwerk BeNe.
Dieses Netzwerk beschäftigt sich mit dem sensiblen Thema sexualisierte Gewalt. Zu eurem Schutz lassen wir BeNe durch eine Moderation begleiten. Dies kann leider nicht 24/7 geleistet werden.
Seit Oktober 2025 gilt die neue Hausordnung (letzte Änderung November 2025)
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Hinweis: Ab dem 01. Mai 2025 gelten folgende Moderationszeiten.
Mo-Fr.: 07:00 - 09:00 Uhr (40 Min)
Sa-So.: 09:30 - 11:00 Uhr (40 Min)
Mo-So.: 18:00 - 20:00 Uhr (40 Min)
Feiertage: 09:30 - 11:00 Uhr (40Min)
Wir wünschen einen guten, informativen und sicheren Austausch.
AG BeNe
Zunächst das Positive: Die Moderation hat reagiert. Und zwar zeitnah.
Das zeigt immerhin zweierlei: Die Moderation existiert noch – und sie ist grundsätzlich handlungsfähig.
Doch genau hier beginnt das eigentliche Problem.
Denn inhaltlich beantwortet wurde: Wenig.
Verweis auf die Hausordnung – aber falscher Bezugspunkt
Die Antwort der Moderation verweist auf Punkt 7 der Hausordnung.Das wirkt auf den ersten Blick wie eine Klärung. Ist es aber nicht.
Denn der Ausgangspunkt der gestellten Fragen war ausdrücklich nicht die Hausordnung – schon gar nicht eine Fassung, die aus formalen Gründen mehrfach verändert wurde.
Der Bezugspunkt war ein anderer:Die ursprüngliche Ausschreibung – also die Grundlage der Beauftragung der Moderation durch die EKD.
Dort wurden Aufgaben, Rollenverständnis und Erwartungen formuliert. Und genau daran muss sich die Moderation messen lassen.
Ein genauer Blick auf Punkt 7 der Hausordnung zeigt zudem:
Dort werden keine Aufgaben der Moderation beschrieben, sondern deren Befugnisse.
- Beiträge ändern, löschen oder ausblenden- Nutzer sperren- Hausrecht ausüben- sich aus inhaltlichen Debatten heraushalten
Das ist ein Regelwerk zur Kontrolle des Rahmens – nicht zur Gestaltung von Kommunikation.
Oder anders gesagt:
Punkt 7 beschreibt, was Moderation darf – aber nicht, was sie soll.Umso relevanter sind frühere Aussagen der Moderation selbst.
In Beiträgen vom 26.03.2025 und 27.03.2025 wurde von Moderation-2 deutlich ein anderes Rollenverständnis formuliert:
- Zusammenarbeit innerhalb der Moderation
- Abstimmung mit der BeNe-AG
- Darstellung von Qualifikationen
und vor allem die Funktion als Bindeglied zwischen Betroffenen und Gremien
Weiterhin gilt noch die Aussage der BeNe-AG auf den „offenen Brief“ der Nutzer*innen:„Es geht um den Austausch von betroffenen Menschen über für sie wichtige Inhalte. Sofern sie innerhalb des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt in der EKD bearbeitet werden können, tragen wir die Punkte in die Diskussionen mit ein und besprechen sie, um zu Lösungen zu kommen.“
Das ist ein aktives, vermittelndes Rollenverständnis.
Und da hierzu keine Änderungen kommuniziert wurden, gilt:Das ist weiterhin der Maßstab.
Genau an diesem Maßstab gemessen bleibt die aktuelle Praxis hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Denn:
- Die Fragen wurden bisher nicht sichtbar weitergetragen
- Es gibt keine Rückmeldung zu einer inhaltlichen Bearbeitung
- Eine Vermittlungsfunktion ist nicht erkennbar
Stattdessen erfolgt der Rückzug auf eine formale Hausordnung, die genau diese inhaltliche Rolle ausdrücklich ausklammert.Die Irritation liegt also nicht darin, dass Moderation auf Regeln verweist.
Sondern darin, dass sie sich auf eine Regel zurückzieht, die ihr eigenes früheres Rollenverständnis unterläuft.
Guten Morgen Steppenwolf,
Ist das nicht so gewollt von der Diakonie und EKD? ....einige Selbstdarsteller, die als Alibi funktionieren, die anscheinend den Bezug zu den Betroffenen vollkommen abgebrochen haben, seit Jahren wird beschlossen, dass nichts passiert. In der Aufarbeitung nach zig Gutachten seit 2015, bei Anerkennungsleistungen, Schweigen und Stillstand, kein Prodest des Befo.
Das Befo im gemeinsamen Schweigen
Gute Morgen @walter
Du hast sehr berechtigte Anmerkungen – denn gerade der Begriff „Alibi“ kommt nicht von außen, sondern wurde von der ehemaligen Sprecherin der Betroffenen im BeFo selbst als Rücktrittsgrund benannt. Das war ein starkes Signal, das bisherige Kritikpunkte bestätigt hat.
Aber darum geht es mir hier gar nicht in erster Linie. Es geht um die BeNe-Moderation. Und da sehe ich zwei zentrale Punkte:
a) Die Grundlage der Beauftragung durch die EKD
Es gibt eine Ausschreibung. Darin sind Aufgaben, Rolle und Qualifikation der Moderation klar beschrieben. Und diese Ausschreibung ist nicht irgendein internes Papier, sondern die Grundlage für eine Beauftragung durch eine öffentlich (Kirchensteuer-)finanzierte Organisation.
Das bedeutet:
Diese Grundlagen sind nicht beliebig.
Man kann sie nicht im Nachgang – aus welchen Gründen auch immer – stillschweigend verändern oder uminterpretieren, ohne das transparent zu machen.
Und ganz ehrlich:Wenn die Moderation aktuell bei BeNe faktisch wenig bis nichts zu tun hat, dann stellt sich auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.
75 Euro pro Stunde sind kein symbolischer Betrag. Das ist Geld, das auch andere Anbieter hätten verdienen können – oder gar Menschen aus der Betroffenen-Community selbst, die dieses leicht verdiente Geld sicherlich besser hätten gebrauchen können?
b) Privilegien und Vertrauen (auch Reputation)
Noch wichtiger ist aber ein anderer Punkt:
Die Moderation wurde von der BeNe-AG mit sehr weitreichenden Befugnissen (siehe Hausordnung Pkt. 7) ausgestattet. Rechte, die deutlich über das hinausgehen, was man in vielen vergleichbaren Kontexten sieht.
Gleichzeitig haben wir uns über die Zeit – allein anhand der Beiträge und des Auftretens – ein Bild von den Moderator*innen gemacht. Es ist vielleicht sogar so etwas wie Vertrauen entstanden.
Oder wie man auch sagt: Eine Reputation innerhalb der Plattform.
Und genau hier liegt doch das Problem:
Wenn sich nun – aus welchen Gründen auch immer – Rolle, Selbstverständnis oder gar die Besetzung der Moderation verändern, ohne dass das transparent kommuniziert wird, dann wird genau diese Reputation untergraben bzw. missbraucht.
Denn Vertrauen basiert insbesondere auf Verlässlichkeit.
Und wenn sich die Spielregeln im Hintergrund ändern, ohne dass es offen benannt wird, dann ist das nicht nur ein formales Problem – sondern ein strukturelles.
Deshalb geht es hier nicht primär um persönliche Kritik an den Moderator*innen.
Es geht um die Frage, ob ein System, das auf Beteiligung, Transparenz, Vertrauen und angeblich zuerst auf Betroffenensichtweise basiert, sich selbst an diese grundlegenden Maßstäbe hält.
Hallo @jeanne-v
es ist schon erstaunlich, dass hier so gar nichts an Antworten aus dem BeFo etc. kommt, aber ich habe mir sagen lassen, dass die Beiträge hier doch noch immer gelesen und beachtet werden.
Ich greife deshalb mal Ihren Vorschlag für eine Studie zum Aufstieg und Niedergang der Vernetzungsplattform BeNe auf.
Vielleicht nimmt sich irgendwann, irgendein Lehrstuhl oder eine URAK dem Thema an, denn Untersuchungs-Material und sogar externe Belege gäbe es wahrlich genug.
Als Anregung hier schon mal ein Titel und eine mögliche Einleitung.
Titel:Beteiligung unter Kuratel: BeNe als Beispiel für die Transformation partizipativer Plattformen in kontrollierte, technisch defizitäre und moderativ überformte Räume
Digitale Beteiligungsplattformen gelten gemeinhin als zentrale Instrumente moderner Governance: Sie versprechen niedrigschwelligen Zugang, transparente Aushandlungsprozesse und eine Stärkung marginalisierter Stimmen.
Insbesondere in sensiblen Kontexten – etwa der Aufarbeitung institutionellen Unrechts – wird ihnen eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Umso gravierender sind die Folgen, wenn diese Versprechen nicht nur unerfüllt bleiben, sondern strukturell konterkariert werden.
Die Plattform BeNe bietet hierfür ein instruktives Beispiel. Was als Raum für Austausch, Mitsprache und kollektive Artikulation konzipiert wurde, entwickelt sich bei näherer Betrachtung zu einem System, in dem Beteiligung nicht gefördert, sondern eingehegt wird. Technische Defizite, eine intransparente und weitreichend privilegierte Moderationspraxis sowie eine auffallend nutzerunfreundliche Gestaltung verdichten sich zu einer Struktur, die weniger an offene Partizipation erinnert als an kontrollierte Kommunikation unter Vorbehalt.
Im Zentrum der Analyse steht daher nicht das Scheitern einzelner Elemente, sondern ein grundlegender Befund: die Transformation einer partizipativen Plattform in einen Raum, in dem Beteiligung formal ermöglicht, faktisch jedoch limitiert wird.
BeNe erscheint damit nicht als Ausreißer, sondern als symptomatischer Fall für eine Entwicklung, in der Partizipation zur administrierten Größe wird – gesteuert, gefiltert und letztlich entleert.
Die Betrachtung in dieser Studie geht auf Anregung von Betroffenen der Frage nach, wie es zu dieser Verschiebung kommen konnte – und welche strukturellen, technischen und organisatorischen Faktoren dazu beitragen, dass aus einem Beteiligungsversprechen ein System kontrollierter Mitwirkung entstand.