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AG BeNe
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Newsletter für Betroffene – versendet über eine Mailmarketingplattform?
Ein falscher Buchstabe in einer E-Mail-Adresse kann harmlos sein. Manchmal führt er aber zu einer überraschenden Entdeckung.
Auf der Website der Evangelischen Kirche in Deutschland findet sich derzeit ein kurzer Hinweis zum neuen ForuM-Bulletin #11:
„Aktueller Hinweis: Im ForuM-Bulletin #11 (Feb. 2026) ist uns ein Fehler in der E-Mail-Adresse der Gruppe der Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt unterlaufen. Sie können diese bei Bedarf unter Betroffenenvertretung(at)befo.ekd.de erreichen.“
Ein Tippfehler also. Nichts Ungewöhnliches.
Ungewöhnlich ist jedoch etwas anderes: Der Fehler wird nicht im Bulletin selbst korrigiert. Stattdessen steht lediglich dieser Hinweis auf der Website. Dabei werden die Bulletin-Ausgaben online archiviert – technisch wäre eine Korrektur problemlos möglich.
Die Frage, warum das nicht geschieht, führte zu einer Recherche über die technische Infrastruktur hinter dem Bulletin.
Und zu einer Entdeckung, die zumindest erklärungsbedürftig ist.
Denn das BeFo-Bulletin, ein Informationsangebot des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt der EKD, wird offenbar über ein professionelles Mail-Marketing-System versendet.
Für gewöhnliche Newsletter ist das Standard. Für ein Beteiligungsforum von Menschen, die sexualisierte Gewalt in kirchlichen Kontexten erlebt haben, wirft diese Praxis jedoch Fragen auf – vor allem eine:
Warum wird darüber nicht offen informiert?
Das Beteiligungsforum für Betroffene sexualisierter Gewalt (BeFo) wurde eingerichtet, um Transparenz zu schaffen und Vertrauen aufzubauen. Umso bemerkenswerter ist, dass für Empfängerinnen und Empfänger des Bulletins kaum erkennbar ist, dass ihre Daten über eine externe Mail-Marketing-Infrastruktur verarbeitet werden.
Auch die verwendete Domain „forum.e-k-d.de“ vermittelt zunächst den Eindruck einer klassischen EKD-Adresse – tatsächlich ist sie Teil eines technischen Systems für den Newsletterversand.
Mail-Marketing-Plattformen sind weit mehr als einfache Versandprogramme. Sie ermöglichen unter anderem:
- die Verwaltung großer E-Mail-Verteiler
- statistische Auswertungen über Öffnungs- und Klickverhalten
- das Tracking einzelner Nutzeraktionen
- die Segmentierung von Empfängergruppen
In kommerziellen Newslettern ist das üblich und nicht zu beanstanden.
Bei einem Beteiligungsforum für Betroffene sexualisierter Gewalt wirkt eine solche Infrastruktur zumindest erklärungsbedürftig. Denn wer sich für Informationen aus einem Beteiligungsforum anmeldet, erwartet in der Regel einen Newsletter – aber keine Marketingplattform im Hintergrund.
Dabei wäre Transparenz leicht herzustellen.
Die Evangelische Kirche der Pfalz - geleitet von der aktuellen Sprecherin des BeFos - informiert ihre Newsletter-Abonnenten beispielgebend und offen darüber, dass der Versand über den Dienstleister „rapidmail“ erfolgt und dass die eingegebenen Daten an diesen Anbieter übermittelt werden.
Beim BeFo-Bulletin fehlt ein solcher Hinweis.
Die Entdeckung der technischen Infrastruktur ist deshalb mehr als eine Randnotiz. Sie verweist auf ein Problem, das Betroffene seit Jahren ansprechen: Strukturen werden geschaffen, Beteiligung angekündigt, Prozesse organisiert – doch grundlegende Transparenz entsteht häufig erst dann, wenn jemand genauer hinsieht.
Gerade ein Beteiligungsforum, das Vertrauen wiederherstellen soll, müsste hier besonders sensibel sein.
Denn Vertrauen entsteht nicht durch Programme und Gremien.
Sondern durch absolute Offenheit – auch bei den scheinbar kleinen Dingen.
Danke für die 'nebensächliche' Info!
Ich könnte k... ! In grossem Schwall!
Man dachte ja, es komme keine weitere Niederträchtigkeit mehr, man kenne ja die üblichen Mechanismen nach all den Jahren... Nein. Stimmt nicht.
Jeglicher Kontakt mit Kirchens dürfte nur über Anwälte geschehen!
Mein persönlicher Rat.
Wer das Geld hat und die Kompetenz.
Da hätten wir sie wieder:
Die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit der ach so armen von Kirchens.
Man beachte: TZ vom 5.3.26 zum Besitzstand beider Konfessionen am Beispiel Münchens, neu an der Pinnwand - if big brother agrees...
Ansonsten in der aktuellen Presse: 'Immobilien der evangelischen Kirche'
Unstimmigkeiten bei den Arbeitsgruppen des Beteiligungsforums
Ein genauer Blick auf die veröffentlichten Informationen wirft weitere Fragen auf!
Die Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Versand des ForuM-Bulletins haben uns neugierig gemacht. Dort wurde berichtet, dass beim letzten Treffen des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt (BeFo) in Mannheim auch die Arbeitsgruppen (AGs) neu besetzt worden seien.
Ein Anlass also, sich einmal genauer anzusehen, wer aus der Gruppe der Betroffenen eigentlich in welchen AGs mitarbeitet. Dazu stehen auf den Seiten der EKD im Wesentlichen zwei Quellen zur Verfügung:
- die Beschreibung der AGs mit ihren Mitgliedern
- die individuellen Vorstellungen der Betroffenenvertreter*innen
Beide haben wir uns etwas genauer angesehen – und miteinander verglichen.
Bedeutung der AGs im Beteiligungsforum
Die Arbeitsgruppen sind keineswegs nebensächliche Unterstrukturen. Laut Selbstbeschreibung des Beteiligungsforums sind sie der Ort, an dem die inhaltliche Arbeit vorbereitet wird:
Die Mitglieder des Beteiligungsforums bringen ihre Fragestellungen und Themen in das Beteiligungsforum ein. Auch Anfragen aus den Gremien der EKD werden dort behandelt. Konkrete Beschlussvorschläge werden in Themen-AGs vorbereitet.
Weiter heißt es:
Vorschläge aus den AGs werden von einem Mitglied der Gruppe der Betroffenen und einer*einem kirchlichen bzw. diakonischen Beauftragten gemeinsam im Beteiligungsforum vorgestellt. Für einen Beschluss ist sowohl eine Mehrheit unter den Betroffenen als auch unter den kirchlichen bzw. diakonischen Beauftragten erforderlich.
Damit sind die AGs faktisch der Ort, an dem die inhaltliche Substanz der Arbeit entsteht – gewissermaßen der Geist des Beteiligungsforums.
Gerade deshalb ist eine korrekte und transparente Darstellung der Mitgliedschaften besonders wichtig.
Erkenntnisse aus dem Abgleich
Die Gegenüberstellung der beiden genannten Quellen zeigt jedoch mehrere Unstimmigkeiten in der Zuordnung der Mitglieder zu den Arbeitsgruppen.
Besonders auffällig sind Fälle, in denen Personen laut ihrer individuellen Vorstellung in einer AG mitarbeiten, in der offiziellen AG-Zusammensetzung jedoch nicht auftauchen.
Betroffen sind dabei drei Arbeitsgruppen:
- AG Synodaltagung
- AG Anerkennung
- AG Diakonie
In diesen Gruppen fehlen laut offizieller Liste Mitglieder, die in ihren eigenen Profilen ausdrücklich angeben, dort mitzuwirken.
Einordnung
Ein Teil der Abweichungen ließe sich möglicherweise noch erklären. Zwei der genannten Personen sind erst seit Kurzem Mitglieder des Beteiligungsforums. Dass sie in den AG-Listen noch nicht erscheinen, könnte theoretisch mit zeitlichen Verzögerungen bei der Aktualisierung der Website zusammenhängen.
Dennoch ist bereits das bemerkenswert: Gerade neue Mitglieder sollten sichtbar und korrekt in die Arbeitsstrukturen eingebunden werden.
Besonders auffällig ist jedoch ein anderer Punkt.Ein langjähriger Betroffenenvertreter und ehemaliger Pfarrer wird in seinem Profil ausdrücklich als Mitglied der AG Synodaltagung genannt. In der offiziellen AG-Zusammensetzung taucht er dort jedoch nicht auf.
Gerade diese AG gilt als zentrale Arbeitsgruppe, weil sie den jährlichen Synodentag zum Thema sexualisierte Gewalt vorbereitet. Dass ausgerechnet dort ein erfahrener Vertreter nicht gelistet ist, wirkt aktuell zumindest erklärungsbedürftig.
Fazit
Die festgestellten Abweichungen können verschiedene Ursachen haben:
- nicht aktualisierte Listen,
- redaktionelle Unachtsamkeit,
- oder eine unvollständige Dokumentation der AG-Mitgliedschaften.
Angesichts der zentralen Rolle der AGs für die Arbeit des Beteiligungsforums wäre jedoch eine klare und konsistente Darstellung der Mitgliedschaften zu erwarten.
Unabhängig von der Ursache wirken die Differenzen wenig sorgfältig, insbesondere weil sie zentrale Personen und neue Mitglieder betreffen.
Das überrascht umso mehr, als kirchliche Fachstellen bei Veröffentlichungen regelmäßig auf notwendige Abstimmungen und Qualitätssicherungen hinweisen.
Offensichtlich wurde im Zusammenhang mit den BeFo-Themen auf eine solche Qualitätssicherung – sei es durch die PR-Abteilung oder durch die beteiligten Vertreter*innen selbst – zumindest nicht in ausreichendem Maß geachtet.
Anmerkung
Frage
Passend zum vorherigen Anmerkung:
1. BeFo Treffen Gaststatus in Kassel 10/ 25:
Transparenz: welche Gäste rückten auf?
Bzw waren es wirklich anwesende Gäste die aufgerückt sind?
(die Betroffenen die ich fragte, taten es nicht)
Dann müsste man die Namen ja schon einmal gehört haben?
Zumindest weiss ich, wer alles nicht 'aufgerückt' ist...
Könnte man womögliche Differenzen/ ggf Willkürlichkeiten nachweisen?
Das könnten nur die Anwesenden, die für sich protokolliert hatten - nicht wahr?
Fazit:
Haltet euch von kirchlichen Machenschaften fern?
Wie der Zufall es will habe ich den neuesten, mal wieder sehr interessanten Beitrag von euch gelesen und möchte Folgendes dazu anmerken:
1. Zur Bedeutung der Betroffenenperspektive in den Arbeitsgruppen
Gerade weil die Arbeitsgruppen eine so zentrale Rolle im Arbeitsprozess des Beteiligungsforums spielen, stellt sich auch eine grundsätzliche Frage nach ihrer Zusammensetzung.
Die AGs sind der Ort, an dem Themen strukturiert, Probleme beschrieben und Vorschläge formuliert werden. In der Organisationspraxis bedeutet dies, dass ein großer Teil der inhaltlichen Weichenstellungen bereits in diesen kleineren Arbeitszusammenhängen erfolgt – lange bevor im Plenum des Beteiligungsforums darüber abgestimmt wird.
Das Beteiligungsforum sieht für Beschlüsse zwar das Prinzip der „doppelten Mehrheit“ vor: Entscheidungen müssen sowohl eine Mehrheit der Betroffenen als auch eine Mehrheit der kirchlichen bzw. diakonischen Beauftragten finden. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass die Perspektive von Betroffenen im Entscheidungsprozess nicht übergangen werden kann.
Gleichzeitig entsteht ein wesentlicher Teil der inhaltlichen Substanz bereits in den Arbeitsgruppen selbst. Dort werden Themen priorisiert, Texte formuliert und Beschlussvorlagen vorbereitet. Zwar sind Betroffene in den Arbeitsgruppen vertreten. Doch wenn ihre Beteiligung hinter den ursprünglich vorgesehenen Anteilen zurückbleibt, kann sich das Gewicht der Diskussion verschieben. Denn: Gerade in kleinen Arbeitsgruppen wirkt sich die Zusammensetzung besonders stark aus: Wer häufiger vertreten ist, prägt eher Themenprioritäten, Problemdefinitionen und die Formulierung von Vorschlägen.
Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauer Blick auf die tatsächliche Verteilung innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen.
2. Vom Abstrakten zum Konkreten
Für die folgende Übersicht wurden die Angaben zu den einzelnen AGs auf der entsprechenden Seite der EKD mit den individuellen Angaben der Betroffenenvertreter*innen abgeglichen und anschließend zusammengeführt. Die Zahlen stehen daher unter dem Vorbehalt, dass die veröffentlichten Informationen vollständig und aktuell sind.
AG Aufarbeitung: Insgesamt 6 Mitglieder, davon 1 Betroffener → 17 % Betroffenenbeteiligung! (Laut KOMPASS-Konzept müssten es 3 Betroffene sein.)
AG Synodaltagung: Insgesamt 4 Mitglieder, davon 2 Betroffene → 50 % Betroffenenbeteiligung (Laut KOMPASS-Konzept mindestens 2 Betroffene.)
AG Anerkennung: Insgesamt 9 Mitglieder, davon 3 Betroffene → 33 % Betroffenenbeteiligung! (Laut KOMPASS-Konzept mindestens 2 Betroffene.)
AG Vernetzungsplattform (BeNe): Insgesamt 2 Mitglieder, davon 2 Betroffene → 100 % Betroffenenbeteiligung (Laut KOMPASS-Konzept müssten es mindestens 4 Betroffene plus eine Vertretung der Fachstelle sein.)
AG Disziplinarverfahren: Diese Arbeitsgruppe existiert derzeit offenbar nicht mehr. Im ursprünglichen KOMPASS-Konzept waren hier mindestens 4 Betroffene vorgesehen. Es stellt sich daher die Frage: Warum gibt es diese AG nicht mehr?
AG Diakonie: Diese Arbeitsgruppe war im ursprünglichen Konzept noch nicht vorgesehen. Aktuell: insgesamt 6 Mitglieder, davon 4 Betroffene → 67 % Betroffenenbeteiligung(einschließlich der zwei neuen Mitglieder aus der Gruppe der Betroffenen).
AG Gewaltschutzrichtlinie: Ebenfalls eine Arbeitsgruppe, die im ursprünglichen Konzept noch nicht vorgesehen war. Insgesamt 9 Mitglieder, davon 3 Betroffene → 33 % Betroffenenbeteiligung!
3. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Die Übersicht zeigt deutliche Unterschiede zwischen den konzeptionellen Vorgaben und der derzeit erkennbaren Besetzung einzelner Arbeitsgruppen.
In manchen AGs liegt die Zahl der Betroffenen unter den vorgesehenen Mindestwerten, in anderen Fällen weichen Struktur und Aufgaben von den ursprünglichen Konzepten ab. Insbesondere in den so überaus wichtigen AGs Aufarbeitung, Anerkennung und Gewaltschutzrichtlinien sind Betroffenenvertreter*innen massiv unterrepräsentiert!!!
Strukturen können sich selbstverständlich verändern. Neue Themen können entstehen, Arbeitsgruppen können angepasst oder neu gebildet werden. Voraussetzung dafür wäre jedoch Transparenz darüber, warum solche Veränderungen erfolgen und wie sie begründet sind.
Gerade im Beteiligungsforum der Evangelische Kirche in Deutschland geht es um ein sensibles Thema: die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und die strukturelle Beteiligung von Betroffenen.
Wenn Arbeitsgruppen der Ort sind, an dem ein Großteil der inhaltlichen Vorarbeit entsteht, wird ihre Zusammensetzung zu einer zentralen Frage.
Die entscheidende Frage lautet daher: Spiegelt die aktuelle Struktur der Arbeitsgruppen noch den Anspruch wider, Betroffene wirksam und strukturell an der Aufarbeitung zu beteiligen?
Unser Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen zum Thema: Gaststatus im Beteiligungsforum
1. Zur allgemeinen Information:
Der Gaststatus im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt wurde eingeführt, um zusätzlichen Betroffenen eine niedrigschwellige Mitarbeit in den Arbeitsgruppen (AGs) zu ermöglichen. Ein zentraler Schritt war der Workshop in Kassel:
Details zum Treffen:
Datum: 19. Oktober 2024!
Zeit: 9:00–16:00 Uhr
Ort: Kassel
Ziel: Betroffene über die Arbeit des Beteiligungsforums informieren und Möglichkeiten der Mitarbeit in den Arbeitsgruppen mit Gaststatus vorstellen.
Der Workshop bot somit Teilnehmenden die Gelegenheit, die Struktur des Beteiligungsforums kennenzulernen, sich über die Arbeit der AGs (z. B. Anerkennung, Aufarbeitung, Diakonie) zu informieren und ggf. zukünftig als Gäste in den Arbeitsgruppen mitzuwirken.
Aus diesem Workshop gingen mehrere Personen (wie viele genau ist unklar!) hervor, die seit Januar 2025 als Gäste in den AGs mitgearbeitet haben. Einige (2!) von ihnen wechselten zu Beginn 2026 in reguläre Mitgliedschaften.
Analysehinweis:
Die bisherigen Informationen zeigen, dass Betroffene, die in den AGs mitarbeiten wollen, nicht demokratisch aus dem Kreis aller Betroffenen gewählt werden, sondern hinter verschlossenen Türen durch nicht näher benannte Personen und nach intransparenten Kriterien bestimmt werden. Dies wirft zentrale Fragen zu Legitimität, Einfluss und Gleichbehandlung auf – gerade in einem Forum, das die Perspektive Betroffener offiziell stärken will.
2. Offene Fragen zum Gaststatus
Hinweis: Wir richten diese Fragen bewusst öffentlich (!!!) an das BeFo, im Sinne der im KOMPASS-Konzept verankerten Möglichkeit der direkten Kommunikation mit den Mitgliedern des Forums und erwarten eine ebenso öffentliche Antwort, damit alle interessierten Betroffenen gleichermaßen informiert sind. Vielen Dank.
2.1 Grundprinzipien (allgemein!)
- Warum werden zentrale Regeln der Gast-Beteiligung (Auswahl, Dauer, Übergang in Mitgliedschaft, Einflussmöglichkeiten, Stellvertretungs- und Nachrückregelungen, Evaluationsergebnisse) nicht transparent veröffentlicht, obwohl Transparenz offiziell als Grundprinzip der Betroffenenpartizipation gilt? (Das Beiblatt -Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt, Arbeitsgruppen und Gaststatus- gibt dazu nur teilweise und somit sehr begrenzt Auskunft!)
2.2 Konkrete Zahlen
- Wie viele Bewerbungen gab es 2024 insgesamt beim Workshop in Kassel?
- Warum wurde/wird nicht veröffentlicht, wie viele Personen tatsächlich als Gäste aufgenommen wurden? (Ohne Namensnennung wäre/ist dies problemlos möglich gewesen.)
2.3 Auswahlkriterien
- Nach welchen Kriterien wurden die Betroffene für den Gaststatus ausgewählt?
- Wer hat diese Entscheidung konkret getroffen?
2.4 Dauer und Übergang in Mitgliedschaft
- Gibt es ein öffentlich einsehbares Konzept (analog oder als Ergänzung zum KOMPASS-Konzept!), das Dauer, Probezeit und Übergang in reguläre Mitgliedschaft usw. definiert? Wenn Ja, wo ist das einsehbar? Wenn Nein, warum nicht?
- Nach welchen Kriterien werden die „Entscheider*innen“ über die Gäste ausgewählt? Sind das die gleichen Personen, die später darüber entscheiden, welche Gäste nach der Probezeit reguläre Mitglieder werden?
- Warum müssen Betroffene eine „Probezeit“ absolvieren, während neue kirchliche Beauftragte sofort stimmberechtigt mitarbeiten dürfen? Ist das nicht diskriminierend und widerspricht gleichzeitig der Anerkennung von Betroffenenexpertise?
2.5 Teilnahme an den AGs
- Warum dürfen zukünftige Gäste nur an ausgewählten AGs (Gewaltschutzrichtlinie, Aufarbeitung, Diakonie) teilnehmen und haben keine freie Wahl? (Siehe das Beiblatt zur Einladung!)
2.6 Teilnahme am Plenum
- Warum dürfen Gäste grundsätzlich nicht an den Sitzungen des Beteiligungsforums teilnehmen (auch ohne Stimme!), obwohl sie in den AGs inhaltlich mitarbeiten und monatlich berichten müssen?
2.7 Einflussmöglichkeiten
- Welche reale Einflussmöglichkeit haben Gäste, wenn sie formal keine Mitglieder des Gremiums sind, oder sind sie nur „Zuarbeiter*innen“?
2.8 Stellvertretungen und Nachrücker
- Warum gibt es im BeFo keine geregelten Stellvertretungen, wie sie in politischen Gremien üblich sind, gerade bei einem so belastenden Themenfeld?
- Gibt es ein Nachrückerverfahren, falls Gäste während der Probezeit ausscheiden oder doch nicht als reguläre Mitglieder übernommen werden wollen?
2.9 Evaluation
- Welche Erfahrungen wurden seit Einführung des Gaststatus gemacht?
- Gibt es eine Evaluation dieses Beteiligungsformats? (Die zweite Runde des Gaststatus-Verfahrens ist für März 2026 angekündigt!) Wenn ja, wo kann man sie finden? Wenn Nein, warum nicht?
2.10 Neukonstituierung der Gruppe der Betroffenen
- Es wurde vor einiger Zeit angekündigt, dass die Zahl der Betroffenen im BeFo bis 2026 auf 12 erhöht werden soll. Dafür wurden im Oktober 24 in Kassel 6 (?) Interessierte ausgewählt, die ab 01/25 ein Jahr lang im Gaststatus im Befo mitgearbeitet haben. Aus diesen 6 Personen sollten dann Ende 25 4 ausgewählt werden, die als Vollmitglieder ab 01/26 im Befo mitarbeiten. Lt. öffentlichen Verlautbarungen sind uns, Stand heute, aber nur 2 Personen namentlich bekannt, die als neue Vollmitglieder ernannt worden sind. Warum nicht (wie angekündigt!) 4 Personen aus der ursprünglichen Gruppe der Interessierten? Warum wird das nicht öffentlich transparent erklärt?
- Und wie lange soll der Gaststatus für die neuen Gäste (ab März 26) dauern, bevor sie zu festen Mitgliedern werden, denn momentan ist die Gruppe der Betroffenen ohnehin unterbesetzt (7 statt 8 Betroffene)?
- Und wie soll damit umgegangen werden, dass z. B. derzeitige Voll-Mitglieder aus der Gruppe der Betroffenen sich vielleicht NICHT zur Widerwahl stellen? (Zum Beispiel: Im Sommer würden 2 amtierende Mitglieder aus der Gruppe der Betroffenen freiwillig ausscheiden, womit es nur noch 5 Betroffenenvertreter*innen wären.) Wie schnell wird also in dem Fall (und grundsätzlich) nachbesetzt (mit vollem Stimmrecht!!!), um zumindest die festgelegte Mindestzahl von 8 Betroffenen sicherzustellen bzw., um zeitnah auf die für 2026 angekündigten 12 Betroffenenvertreter zu kommen?
3. Vertiefung und Analyse der Fragebereiche zum Gaststatus im Beteiligungsforum
3.1 Grundprinzipien: Transparenz der Beteiligungsregeln > Warum diese Frage gestellt wird:
Partizipationsgremien, insbesondere solche mit Betroffenenbeteiligung, basieren auf grundlegenden Prinzipien wie Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Gleichbehandlung. Wenn zentrale Regeln – etwa zur Auswahl von Gästen, zur Dauer des Status oder zu Einflussmöglichkeiten – nicht öffentlich dokumentiert sind, entsteht ein strukturelles Problem:
- Beteiligung wird nicht nachvollziehbar
- Entscheidungen erscheinen willkürlich oder informell
- Betroffene außerhalb des Gremiums können nicht erkennen, wie sie sich beteiligen können
Die Frage zielt daher auf einen möglichen Widerspruch zwischen dem offiziell formulierten Partizipationsanspruch und der tatsächlichen Praxis.
3.2 Konkrete Zahlen: Bewerbungen und Aufnahmen > Warum diese Frage gestellt wird:
Transparenz über Bewerbungszahlen gehört zu den grundlegenden Standards in Auswahlverfahren. Wenn unklar bleibt wie viele Betroffene Interesse gezeigt haben und wie viele tatsächlich aufgenommen wurden dann lassen sich wichtige Fragen nicht beantworten:
- Wie groß ist der Zugang zum System?
- Wie selektiv ist das Verfahren?
- Wie hoch ist die Nachfrage?
Ohne diese Zahlen ist nicht einschätzbar, ob der Gaststatus ein offenes Beteiligungs-instrument oder ein stark selektives Verfahren ist.
3.3 Auswahlkriterien > Warum diese Frage gestellt wird:
Beteiligungsstrukturen benötigen klare und nachvollziehbare Auswahlkriterien, insbesondere wenn es mehr Interessierte als Plätze gibt. Fehlen solche Kriterien oder werden sie nicht veröffentlicht, entsteht der Eindruck:
- persönlicher Auswahl
- informeller Netzwerke
- institutioneller Steuerung
Gerade bei Betroffenenbeteiligung ist das besonders sensibel, weil dadurch die Frage entsteht, wer darüber entscheidet, welche Betroffenenperspektiven sichtbar werden und welche nicht.
3.4 Dauer des Gaststatus > Warum diese Frage gestellt wird:
Der Begriff „Gaststatus“ deutet auf eine temporäre oder probeweise Beteiligung hin. Ohne klar definierte Dauer entsteht jedoch Unsicherheit:
- Wie lange bleibt jemand Gast?
- Welche Bedingungen gelten z.B. für eine mögliche Verlängerung?
- Gibt es eine maximale Dauer?
Unklare Zeitrahmen führen oft dazu, dass Beteiligungsformate informell gesteuert werden können, statt auf festen Regeln zu basieren.
3.5 Übergang in eine reguläre Mitgliedschaft > Warum diese Frage gestellt wird:
Der Übergang von Gaststatus zu regulärer Mitgliedschaft ist der entscheidende Schritt zur vollen Mitwirkung und Stimmberechtigung. Die Frage zielt auf zwei strukturelle Aspekte:
- Entscheidungsstruktur > Wer entscheidet über diesen Übergang?
- Gleichbehandlung > Warum müssen Betroffene eine Art „Probephase“ durchlaufen, während kirchliche Vertreter sofort vollwertige Mitglieder sind?
Diese Frage berührt insbesondere das Thema Machtbalance innerhalb des Beteiligungs-forums.
3.6 Teilnahme an den Arbeitsgruppen > Warum diese Frage gestellt wird:
Wenn Gäste nur an bestimmten AGs teilnehmen dürfen, stellt sich die Frage nach der inhaltlichen Steuerung von Beteiligung.
Mögliche Folgen:
- bestimmte Themenbereiche bleiben stärker institutionell geprägt
- Betroffenenperspektiven konzentrieren sich nur auf ausgewählte Felder
Die Frage zielt darauf abzuklären, ob die Themenwahl offen oder gesteuert ist.
3.7 Teilnahme am Plenum > Warum diese Frage gestellt wird:
Das Plenum ist das zentrale Entscheidungsgremium des Beteiligungsforums.
Wenn Gäste:
- in AGs mitarbeiten
- Berichte erstellen
- Themen vorbereiten
aber nicht an den Sitzungen teilnehmen dürfen, entsteht ein struktureller Bruch zwischen:
- inhaltlicher Mitarbeit
- formaler Beteiligung
Die Frage zielt darauf, ob Gäste tatsächlich am Entscheidungsprozess beteiligt sind oder lediglich vorbereitende Arbeit leisten.
3.8 Einflussmöglichkeiten > Warum diese Frage gestellt wird:
Formale Mitgliedschaft ist in Gremien entscheidend, weil sie über:
- Stimmrecht
- Redezeit
- Mitentscheidungsrechte
bestimmt.
Wenn Gäste keine formalen Rechte haben, stellt sich die Frage, wie groß ihr tatsächlicher Einfluss auf Entscheidungen ist.
3.9 Stellvertretungen und Nachrückverfahren > Warum diese Frage gestellt wird:
Viele politische und institutionelle Gremien arbeiten mit:
- Stellvertretungen
- Nachrückregelungen
Gerade bei einem Thema wie sexualisierte Gewalt – das für Betroffene emotional belastend sein kann – sind flexible Beteiligungsstrukturen besonders wichtig.
Fehlen solche Regelungen, kann dies dazu führen, dass:
- Plätze unbesetzt bleiben
- Beteiligung kurzfristig wegbricht und keine Nachfolge bereitsteht
3.10 Evaluation des Gaststatus > Warum diese Frage gestellt wird:
Neue Beteiligungsformate sollten grundsätzlich evaluiert werden, um zu prüfen:
- ob sie funktionieren
- ob sie angepasst werden müssen
- ob sie tatsächlich mehr Beteiligung ermöglichen
Da bereits eine zweite Runde des Gaststatus angekündigt wurde, stellt sich die berechtigte Frage, welche Erfahrungen und somit welche Rückschlüsse aus der ersten Runde gezogen wurden.
3.11 Erweiterung der Betroffenengruppe > Warum diese Frage gestellt wird:
Wenn gleichzeitig eine Erweiterung der Betroffenenvertretung angekündigt wird und die aktuelle Gruppe bereits unterbesetzt ist, entsteht eine strukturelle Frage:
- Warum wird ein mehrstufiges Auswahlverfahren über Gaststatus genutzt, obwohl aktueller zusätzlicher Bedarf an Betroffenenvertretung besteht (und auch angekündigt wurde!)?
Diese Frage zielt darauf, die Logik der Struktur nachvollziehbar zu machen.
Gesamtanalyse
Der Fragenkatalog richtet sich im Kern auf drei strukturelle Themen:
- Transparenz > Viele zentrale Regeln der Beteiligung sind öffentlich nicht dokumentiert.
- Machtverteilung > Es ist unklar, wer über Zugang, Dauer und Aufstieg innerhalb der Beteiligungsstruktur entscheidet.
- Legitimation der Betroffenenvertretung > Wenn Auswahlverfahren nicht nachvollziehbar sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie repräsentativ die Beteiligung tatsächlich ist.
4. Schlussgedanke
Das Beteiligungsforum wurde geschaffen, um Betroffenen sexualisierter Gewalt eine stärkere Stimme innerhalb der evangelischen Kirche zu geben. Dieser Anspruch setzt jedoch voraus, dass auch die Strukturen der Beteiligung selbst transparent und nachvollziehbar sind.
Gerade beim Thema Gaststatus bleiben bislang zentrale Fragen offen: Nach welchen Kriterien werden Betroffene ausgewählt? Wer trifft diese Entscheidungen konkret? Und nach welchen Maßstäben wird später über eine reguläre Mitgliedschaft entschieden?
Aus öffentlich zugänglichen Informationen lässt sich bislang nur begrenzt nachvollziehen, wie diese Auswahlverfahren genau ausgestaltet sind. Ebenso wenig ist transparent dokumentiert, wie viele Bewerbungen es gab oder nach welchen Gesichtspunkten über eine Aufnahme entschieden wurde. Damit entsteht eine Situation, die zumindest erklärungsbedürftig ist: Die Betroffenen, die heute im Beteiligungsforum oder in seinen Arbeitsgruppen mitarbeiten, wurden nicht aus einem größeren Kreis von Betroffenen gewählt, sondern offenbar in einem internen Verfahren bestimmt.
Gerade für ein Gremium, das die Perspektive von Betroffenen stärken soll, ist daher eine zentrale Frage von Bedeutung: Wie wird sichergestellt, dass die Beteiligung tatsächlich breit legitimiert und nachvollziehbar organisiert ist?
Mehr Transparenz über Auswahlverfahren, Beteiligungsrechte und Entscheidungswege könnte dazu beitragen, Vertrauen zu stärken – sowohl innerhalb der Betroffenencommunity als auch in der öffentlichen Wahrnehmung der kirchlichen Aufarbeitung.
@dieunbestechlichen und andere:
Ich bin inzwischen ehrlich gesagt ziemlich hin- und hergerissen.
Einerseits ist es gut – vielleicht sogar notwendig –, dass es Initiativen von Betroffenen gibt, die sich noch die Mühe machen, die veröffentlichten Informationen rund um das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt überhaupt genau zu lesen. Und die dabei immer wieder Fehler, Inkonsistenzen, Ungenauigkeiten oder schlicht offene Fragen entdecken und öffentlich benennen.
Andererseits ist jeder dieser Hinweise auch ein Stück weit peinlich für die Vielzahl an Expertinnen und Experten innerhalb der EKD. Menschen also, die Konzepte, Leitlinien, Qualitätsstandards und Beteiligungsmodelle entwickeln und deren Umsetzung andernorts mit großem Nachdruck einfordern. Wenn ausgerechnet bei der Darstellung der eigenen Strukturen und Organisation offensichtliche Ungereimtheiten stehen bleiben, wirkt das nicht besonders professionell – eher nachlässig. Und in einem so sensiblen Kontext fast schon respektlos.
Unangenehm ist die Situation allerdings auch für die Betroffenenvertretung selbst. Denn diesmal geht es nicht um irgendwelche technischen Probleme, missverständliche Richtlinien oder Fehlbesetzungen in landeskirchlichen Kommissionen. Es geht um betroffene Personen im Beteiligungsforum selbst.
Ausgerechnet ihre eigenen Profile stimmen nun offenbar nicht mit den offiziellen AG-Listen überein.
Und besonders pikant: Betroffen sind dabei gerade diejenigen Mitglieder, die erst kürzlich aufgenommen wurden – nach einer Aufnahmeprozedur, die sich über mehr als ein Jahr zog und in ihrer Struktur eher an eine Prospekt-Phase bei einem Rockerclub oder an ein Aufnahmeverfahren in einem Geheimbund erinnert als an transparente Beteiligungsstrukturen.
Nach diesem langen Verfahren tauchen sie dann in offiziellen Übersichten schlicht nicht auf – und offenbar ist es vorher niemandem aufgefallen.
- Nicht den zuständigen Stellen in der EKD.- Nicht den Verantwortlichen für Kommunikation und Veröffentlichung.- Und offenbar auch nicht den „Altbetroffenen“ im Beteiligungsforum – vorausgesetzt natürlich, sie waren bei solchen Veröffentlichungen tatsächlich eingebunden und konnten die Texte vorab gegenlesen.
Da stellt sich gleich die nächste einfache Frage:
Wo bleibt hier eigentlich die vielbeschworene Wertschätzung für das Engagement der ehrenamtlichen Betroffenenvertreterinnen und -vertreter?
Dass solche Widersprüche offenbar einfach stehen bleiben, wirkt zumindest irritierend. Vielleicht liegt es auch daran, dass manche Beteiligte inzwischen selbst zu lange Teil dieses Systems geworden sind – eines Systems, das von außen nicht selten wie ein Geflecht aus unklaren Zuständigkeiten, diffusen Verfahren und schwer nachvollziehbaren Entscheidungswegen wirkt.
Gerade deshalb sind unabhängige Betroffeneninitiativen und engagierte Einzelpersonen so wichtig. Sie lesen Dokumente, vergleichen Angaben, machen Inkonsistenzen sichtbar und stellen grundlegende Fragen.
Aufgaben übrigens, die man eigentlich innerhalb professioneller Strukturen als selbstverständlich voraussetzen darf.
Der Unterschied ist nur hier:Diese Arbeit geschieht außerhalb der offiziellen Strukturen – freiwillig, in der Freizeit und ohne jegliche Honorare oder Aufwandsentschädigungen.
Und genau das sagt am Ende vielleicht mehr über den Zustand dieses Systems aus, als manchen lieb sein dürfte.
Wir, „Die Unbestechlichen“, haben heute eine offizielle E-Mail an alle Mitglieder der Gruppe der Betroffenen im Befo gesendet und sie um die Beantwortung der Fragen aus unserem Beitrag vom 11.03.2026 hier auf BeNe gebeten.
Wir haben uns zu diesem direkten Schritt entschieden, weil auf unsere bisherigen Beiträge bislang keinerlei Reaktionen seitens des Befos oder der Mitglieder der Gruppe der Betroffenen erfolgt sind. Da wir die Beantwortung unserer Fragen jedoch im Interesse aller Betroffenen für notwendig und wichtig halten, erwarten wir hierzu eine entsprechende Rückmeldung.
Sobald uns Antworten vorliegen, werden wir diese hier vollständig zitieren.
Wir erinnern uns: Am 11.03.2026 haben wir hier auf BeNe einen ausführlichen Beitrag zum Thema „Gaststatus im Beteiligungsforum“ veröffentlicht – verbunden mit einer Reihe konkreter Fragen an das BeFo.
Am 13.03.2026 haben wir diese Fragen zusätzlich per E-Mail an die Sammeladresse der Betroffenenvertretung sowie an alle Betroffenenvertreter*innen einzeln versendet – mit der klaren Erwartung, dass sie im Interesse aller Betroffenen beantwortet werden.
Unser Vorgehen entspricht ausdrücklich dem eigenen Anspruch der Betroffenenvertretung, wie er auf der EKD-Seite formuliert ist: Betroffene sollen ihre Anliegen einbringen, Missstände benennen, Fragen stellen und auf blinde Flecken hinweisen – um gehört und vertreten zu werden.
Update: Bis heute liegt weder hier auf BeNe noch per E-Mail irgendeine Form der Reaktion vor – nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass unsere Fragen überhaupt zur Kenntnis genommen wurden oder ob und wie mit ihnen umgegangen werden soll.
Dieses vollständige Ausbleiben jeglicher Rückmeldung ist nicht nur irritierend, sondern aus unserer Sicht inakzeptabel. Es steht in eklatantem Widerspruch zu den selbst formulierten Ansprüchen an Transparenz, Beteiligung und einen respektvollen Umgang mit Betroffenen. Besonders vor dem Hintergrund, dass das KOMPASS-Konzept das Beteiligungsforum BeNe ausdrücklich als Kommunikationsinstrument mit Betroffenen vorsieht.
Vor diesem Hintergrund haben wir unsere E-Mail vom 13.03.2026 nun erneut versendet – diesmal an die Sammeladresse des Beteiligungsforums – verbunden mit der ausdrücklichen Bitte, dass zumindest eine Eingangsbestätigung erfolgt.
Stay tuned!
@dieunbestechlichen - echt gut, dass ihr an dem Thema dranbleibt - Danke!
Aktuell findet heute in Fulda ein weiteres Treffen im Rahmen des sogenannten Gaststatus statt. Neue Betroffenenvertreter*innen sollen informiert, eingebunden und möglicherweise für eine Mitarbeit im Beteiligungsforum gewonnen werden.
Man könnte auch sagen: Das nächste „Casting“ hat begonnen.
Und genau hier liegt trotz allem eine weitere Hoffnung.
Denn vielleicht werden dort genau die Fragen gestellt, die bislang unbeantwortet geblieben sind? Fragen, die nicht von außen kommen müssen – sondern die sich jede*r stellen sollte, der oder die sich auf dieses Verfahren einlässt.
Eine Chance – wenn man sie nutzt
Das Treffen in Fulda bietet die Gelegenheit, diese offenen Punkte direkt anzusprechen. Nicht in BeNe-Beiträgen. Nicht per E-Mail. Sondern im Raum selbst.
Und vielleicht werden dort Antworten gegeben, die bisher ausgeblieben sind.
Diese Antworten wären nicht nur für die aktuell Teilnehmenden relevant. Sie wären auch wichtig für die bereits angekündigte Neuaufstellung der Gruppe der Betroffenen innerhalb des Beteiligungsforums.
Denn eine tragfähige Struktur entsteht nicht durch Schweigen, sondern durch Klarheit.
Zwischen Anspruch und Realität
Das bisherige Ausbleiben jeglicher Reaktion auf Anfragen hier steht im deutlichen Widerspruch zu den formulierten Ansprüchen von Transparenz, Beteiligung und respektvollem Umgang.
Gerade deshalb kommt es jetzt darauf an, ob diese Ansprüche in der Praxis eingelöst werden – oder ob sie auf dem Papier stehen bleiben.
Fulda ist dafür ein weiterer Prüfstein!
In diesem Sinne:Ich wünsche allen Teilnehmenden des heutigen Treffens in Fulda offene Gespräche, wirklich kritische Nachfragen und vor allem jede Menge ehrliche Antworten.
Thema: Höflichkeit, Respekt und Haltung
Update:
Wir, „Die Unbestechlichen“, haben auf unsere zweite Mail (siehe Beitrag vom 20.03.26) zwei Antworten erhalten:
1. Vom Leiter der Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD.
Anrede: „Sehr geehrte schreibende Person“.
Inhalt: Er bestätigt den Erhalt und die Weiterleitung an die Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum (ein Satz).
Schlussformel: „Mit besten Grüßen“.
2. Von einem Mitglied der Betroffenengruppe im Befo.
Anrede: „Sehr geehrte Unbekannte!“.
Inhalt: eine knappe Bestätigung der Kenntnisnahme (ein Satz).
Schlussformel: KEINE!
Beide Antworten erfüllen formal ihren Zweck.
Formal > (mehr oder weniger) korrekt.
Inhaltlich > erledigt.
Menschlich > erschreckend, gesichtslos, abweisend, distanziert, kalt.
Und das im Umgang mit Betroffenen. Und im zweiten Fall sogar von jemandem, der selbst betroffen ist und andere vertreten soll/will.
So also geht man mit Betroffenen um, die den Kontaktaufruf der Betroffenengruppe auf der EKD-Seite ernst nehmen – als Einladung zu echter Partizipation und Auseinandersetzung? Die ihre Bedürfnisse formulieren, Missstände benennen, Fragen stellen und auf blinde Flecken hinweisen? Und die den Satz „Wir freuen uns über Ihren Kontakt, damit wir die Anliegen Betroffener in aller Vielfalt erfassen und in der Evangelischen Kirche vertreten können.“ beim Wort genommen haben?
Wir fragen uns:
- Braucht es wirklich erst eine zweite Aufforderung, um überhaupt eine Reaktion zu bekommen?
- Und ist das dann das Niveau der Kommunikation?
- Wann genau ist es akzeptabel geworden, Menschen – in diesem Fall eine Gruppe, die sich bewusst einen Namen gegeben hat – auf „schreibende Person“ oder „Unbekannte“ zu reduzieren?
- Wann wurde ein Gruß zur verzichtbaren Nebensache?
- Und wann hat man aufgehört zu merken, was solche Worte – oder ihr Fehlen – ausdrücken?
Oder berührt dieses Gebaren einen Kern: den Umgang mit Betroffenen – und damit die Frage nach angemessenem Respekt und einer wertschätzenden Haltung ihnen gegenüber?
Wie gesprochen wird, ist kein unbedeutendes Detail. Es ist Haltung, die sich genau an DER Stelle zeigt!
Wenn selbst im sensibelsten Kontext Sprache so kalt, so abweisend, so minimal bleibt – was sagt das über das Verständnis von Begegnung, von Höflichkeit, von Respekt, von Haltung?
Wer es nicht einmal schafft, Betroffenen mit minimaler Höflichkeit zu begegnen – wie ernst ist dann alles andere gemeint?
Stay tuned!
Wie der Zufall es will habe ich mir noch einmal alle Beiträge zur Methode Befo hier im Forum angesehen. Die Kritik ist durchweg sachlich, fundiert und an vielen Stellen mit erheblichem Aufwand recherchiert – insbesondere die Beiträge von „Die Unbestechlichen“.
Gleichzeitig zeigen über 1700 Aufrufe, dass diese Inhalte mit breitem Interesse wahrgenommen werden.
Was dabei auffällt, ist weniger das Geschriebene als das, was ausbleibt: Reaktionen. Abgesehen von einer kleinen Gruppe Betroffener bleibt es bemerkenswert still.
Vielleicht lohnt es sich, dieses Schweigen nicht einfach zu übergehen. Denn es wirft Fragen auf:
Was hält diejenigen zurück, die offensichtlich mitlesen? Ist es Unsicherheit, fehlende Klarheit, Frustration – oder der Wunsch, sich nicht festlegen zu müssen?
Möglicherweise sagt dieses Ausbleiben von Rückmeldungen mehr aus als viele Beiträge – gerade auch mit Blick auf das Netzwerk BeNe insgesamt. Wenn sich Beteiligung zunehmend zurückzieht und selbst Betroffene kaum noch sichtbar in den Austausch gehen, entsteht der Eindruck eines Raums, der zwar wahrgenommen, aber immer weniger aktiv getragen wird.
Ein Netzwerk, in dem viele lesen, aber nur wenige sprechen, verliert mit der Zeit nicht nur an Austausch – sondern auch an Glaubwürdigkeit und Substanz.
Gleichzeitig liegt genau hier auch eine Chance: Jede Rückmeldung, jede Perspektive und jede noch so kleine Wortmeldung kann dazu beitragen, diesen Raum wieder mit Leben zu füllen.
Deshalb von mir noch einmal die Einladung an alle, die hier mitlesen: Bringt euch ein. Teilt eure Gedanken, eure Erfahrungen oder auch eure Fragen. Denn ein Netzwerk lebt davon, dass Stimmen hörbar werden – nicht nur davon, dass sie still mitlesen.
Danke fürs Lesen 😉
@dieunbestechlichen Danke für euer Dranbleiben und die Informationen!
Was mich persönlich dabei am meisten verärgert – und das ganz ausdrücklich –, ist die geschilderte Reaktion aus der Gruppe der Betroffenen im Befo selbst.
Auf der einen Seite wird auf der EKD-Seite dieser Gruppe dazu aufgerufen, sich aktiv einzubringen: „Teilen Sie uns Ihre Bedürfnisse mit, sprechen Sie mit uns über Missstände, aber auch über Fortschritte in der Betroffenenarbeit, stellen Sie Fragen, weisen Sie auf bislang blinde Flecken hin.“
Auf der anderen Seite folgt auf genau solche Rückmeldungen: nichts. Weder hier auf BeNe noch auf direkte Anfragen per E-Mail. Und wenn doch eine Reaktion erfolgt, dann in einer Weise, die nicht nur distanziert, sondern erkennbar abweisend und unhöflich wirkt.
Diese Diskrepanz ist kaum nachvollziehbar. Eine öffentlich formulierte Einladung zur Beteiligung, die in der Praxis ins Leere läuft oder mit Ablehnung und Unhöflichkeit beantwortet wird, verliert nicht nur an Glaubwürdigkeit – sie wirkt geradezu widersprüchlich.
So entsteht der Eindruck, dass Beteiligung zwar eingefordert, kritische Rückmeldungen aber nicht gewollt sind. Die zuvor formulierte Offenheit wird dadurch ins Gegenteil verkehrt.
Die Konsequenz ist deutlich spürbar: Betroffene, die ausdrücklich eingeladen werden, sich einzubringen, stoßen auf Schweigen oder auf abweisende Reaktionen. Das erzeugt Frustration, Beteiligung geht zurück, und das Vertrauen in die Gruppe bröckelt.
Und um das häufig verwendete Argument der „Spaltung von Betroffenen“ gleich vorwegzunehmen: Sachlich fundierte Kritik spaltet keine Gruppen, sie hinterfragt berechtigterweise bestehende Strukturen – und macht die Arbeit letztlich für alle Betroffenen wirksamer.
Meine klare Botschaft: Solche Umgangsformen unter Betroffenen sind schlichtweg inakzeptabel. Wer ernsthaft miteinander arbeiten, diskutieren und Missstände verändern will, muss zuhören, sachliche Kritik aushalten und respektvoll sowie sachlich reagieren. Eine bloße Kenntnisnahme von Nachrichten – ohne jeden Hinweis, wie damit umgegangen wird – ist nicht nur unhöflich und unprofessionell, sie ist ein Schlag ins Gesicht aller, die sich die Mühe machen, ihre Perspektiven einzubringen.