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AG BeNe

Anerkennungsleistungen

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Jeanne V.
(@jeanne-v)
Beiträge: 106
 
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@vertuschung-beenden-official

Liebe Leute, der Podcast ist wie üblich klasse. Allerdings ist es ab "Aussagepsychologie" dringend zu ergänzen!

So gilt die "Nullhypothese", d.h. "Opfer" müssen alles 150 prozentig belegen! Keine Chanze! Plus "Aussagepsychologie", welche wissenschaftlich überholt ist - und trotzdem weiter angewandt wird. Eine Wissenschaft für sich ( im eigenen Saft).

(Nächste Woche wird eine neue Publikation dazu/ dagegen vorgestellt u.a. von Fegert und Pusch)

Die Verweise auf EHS und ' Vereinfachung ' sind unpräzise - zumal der Fonds aktuell Betroffenen zulasten verändert wurde! Klammheimlich. (siehe Seite der UBSKM, aktuelle Stellungnahme)

Plus der nicht Verweis auf SER - weiteres Desaster.

D.h. egal wohin Kirche verweist:

auch die staatlichen Vorgaben und Vorgehensweisen sind unterirdisch. Am besten mit Videobeweis und vielen Zeugen - selbst dann werden Täter nicht immer wirklich ernsthaft verurteilt. ... und auch dann werden Folgeschäden nicht anerkannt - oder eben mit 'Vorschäden' abgebügelt...

Und selbst wenn man sich wagte: eine/n kompetenten Anwalt zu finden, der Bock hat, sich auf jahrelange Prozesse einzulassen für wenig Geld und unklarem Ausgang... geschweige denn sich auskennt!

Fakt ist: Kirche setzt keine Maßstäbe - weißt keine Richtung, die ernsthaft besagte: wir übernehmen Verantwortung.

Und von staatlicher Seite brauchte es endlich eine ernsthafte Justizreform, damit Sexualstraftaten ernsthaft verurteilt werden können und Betroffene eine Chanze erhielten, Ansprüche noch zu Lebzeiten erwirken zu können.


 
Veröffentlicht : 06.03.2025 18:44
(@pimpinella)
Beiträge: 190
 
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Inzwischen gibt es ein Update. Der Brief ist angekommen. Da es im Brief keine Erklärungen zu der Höhe der Anerkennunsleistung gibt, kann ich nicht sagen, wie die Kommission diesen Betrag ermittelt hat. Außer natürlich, dass ich annehme, dass das, was ich im Antrag ge-und beschrieben hatte, relevant war. Es wird auch nicht von einem Sockelbetrag für strafrechtliche Relevanz gesprochen. Diese ist ziemlich eindeutig gegeben, egal welches Strafrecht man zugrunde legt, und hat offenbar keine Rolle gespielt. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Kommission in meinem "Fall" noch so entschieden hat, wie sie es getan hat, als es die vom BeFo mit ausklamüserten neuen Regelungen noch nicht gab.

Gab es bei Euch, die ihr eventuell schon eine Anerkennungsleistung erhalten habt, dazu irgendwelche Erläuterungen?

Irgendwie bin ich mir sicher, dass es in meinem "Fall" noch weitere Betroffene gibt, neben denen, die schon bekannt sind. Momentan fehlt mir aber die Energie, in dieser Sache weiter zu "nerven". S.o.

Ein erholsames Wochenende allen!


 
Veröffentlicht : 06.03.2025 20:26
Vertuschung-beenden Official
(@vertuschung-beenden-official)
Beiträge: 244
 
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@pimpinella das ist auch nach unserer Erfahrung so, dass die Kommissionen keine Begründungen z abgeben, wie sie zu dem Betrag gekommen sind. Das ist sehr schade und macht solche wichtigen Entscheidungen intransparent. Das führt dazu, dass Betroffene auch kein Vertrauen in das Verfahren und die Kommissionen bekommen. Man könnte sich hier einfach ein Beispiel daran nehmen, wie es in einem Rechtsstaat läuft. Da wäre in solch einer Entscheidung klar aufgeführt, aufgrund welcher Regelung die Kommission zu welcher Entscheidung gekommen wäre und welche Angaben der Betroffenen dazu geführt haben.


 
Veröffentlicht : 07.03.2025 8:58
Kea hat reagiert
(@pimpinella)
Beiträge: 190
 
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@vertuschung-beenden-official Vielen Dank für eure Antwort. Und die letzte Podcast-Folge war wieder super und hat nochmal bestätigt, dass die Einordnung in Straftat oder nicht problematisch sein kann, auch wenn ich in diesem Fall einen Vorteil hätte.


 
Veröffentlicht : 07.03.2025 10:07
Kea
(@kea)
Beiträge: 11
 
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@pimpinella

Liebe Pimpinella,hat die Kommission bei Dir anhand deines schriftlichen Antrages entschieden? Du hattest, glaube ich, mal geschrieben, dass Dir die Personen nicht bekannt gegeben wurden, die in der Kommission sind, was ich echt nicht in Ordnung finde.

Zu deiner Frage: "Gab es bei Euch, die ihr eventuell schon eine Anerkennungsleistung erhalten habt, dazu irgendwelche Erläuterungen?"

Ich war zweimal im Anerkennungsverfahren, Nordkirche bei mir. Erstes Verfahren ULK unter Bischöfin Fehrs. Dort wurde fast alles mündlich verhandelt. Mir wurde nach meiner Schilderung in der zweiten Sitzung eine Summe vorgeschlagen, die nicht näher begründet wurde. Ich habe dann meine Vorstellung genannt, in der darauf folgenden letzten Gesprächssituation wurde eine "Einigung" erzielt. Schriftlich gabs gar nichts, Schweigeirgendwas habe ich nicht unterschrieben. Geld wurde sehr schnell überwiesen. Weiter gab es keinen Kontakt zur ULK, die dann auch nicht mehr in der alten Form existierte.

Jetzt hatte ich ein zweites Anerkennungsverfahren, lange Vorgeschichte, es ging um Leitungsversagen. Diesmal habe ich gleich um eine konkrete Summe gebeten. Die Kommission ist meinem Antrag im Grunde gefolgt (eine kleine Besonderheit lasse ich hier ausser acht). Eine detaillierte Begründung habe ich nicht erhalten. Dafür einen 1,5 seitigen Brief, in dem schon versucht wurde, den Kontext noch mal zusammenzufassen und institutionelle Schuld einzugestehen. Vielleicht ist das aus Sicht der Kommission die Begründung.

Das ungute ist, dass man so sehr auf sich alleine gestellt ist. Ich würde es gut finden, sich (private Foren) über die Erfahrungen in den Kommissionen auszutauschen und diejenigen, die noch in den Verfahren sind, damit zu unterstützen.

Wie geht es Dir jetzt mit dem Ergebnis?

Liebe Grüße, Kea


 
Veröffentlicht : 07.03.2025 13:13
(@pimpinella)
Beiträge: 190
 
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@kea Liebe Kea, danke für deine ausführliche Antwort! Ja, es wurde aufgrund meines schriftlichen Antrags entschieden. Ein Formular habe ich ausgefüllt und 2 Briefe, die der Kirche schon vorlagen, nochmals beigefügt. Eine Summe hatte ich nicht gefordert. Wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass das geht. Die Plausibilitätsprüfung hatte ich schon hinter mir und die Kirche hatte bzgl. des Täters schon gehandelt. So war eigentlich nicht mehr die Frage, ob ich etwas bekomme, sondern nur noch wieviel. In den Regelungen meiner Landeskirche steht, dass der oder dem Betroffenen Gelegenheit gegeben werden soll, den Sachverhalt persönlich vorzutragen. Mir hat man dazu kein Angebot gemacht. Du fragst, wie es mir mit dem Ergebnis geht? Hmm. Schwierig zu sagen. Es ist wieder ein Stück geschafft. Ich hatte mit weniger Geld gerechnet, aber auf mehr gehofft. Wenn nach den neuen Regelungen entschieden worden wäre, hätte es wohl mehr gegeben wegen dem Sockelbetrag und der Strafbarkeit. Für die Kirche ist die Sache nun erledigt und auch mein persönliches Umfeld fragt, "kannst du das jetzt abschließen?". Kann ich leider nicht. Denn es bleibt für mich die Frage, wieviel weitere Betroffene es im selben Tatkontext gibt. Und ohnehin wird mich der Übergriff lebenslang begleiten, mal mehr mal weniger.

Und ja, die Kommission hat die Namen ihrer Mitglieder nicht mitgeteilt. Die Kirche weist auf die Einheitlichkeit hin, die mit den neuen Regelungen der Anerkennungsleistungen erreicht werden soll und die sich offenbar auch auf die Veröffentlichung bzw. die Nicht-Veröffentlichung der Kommissionsmitglieder der jeweiligen Landeskirchen bezieht.

Lieben Gruß


 
Veröffentlicht : 08.03.2025 20:06
Kea hat reagiert
Jeanne V.
(@jeanne-v)
Beiträge: 106
 
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Da hier eben alle Mitlesen können: dieser Umgang mit Menschen ist sooo respektlos, missachten, intransparent, retraumatisierend - und die Kirchenleute checken es nicht - auch wenn man es ihnen sagt.

Viel Kraft! Und ja, die Narben bleiben.

Mein Antrag liegt. Nachdem ich über ein Jahr hingehalten wurde. Ich habe allerdings formuliert, dass mein Antrag auch unter den neuen Bedingungen - sollte es die eines Tages geben, automatisch nochmal geprüft werden soll. Das Wartespiel hat Kirche/ Diakonie zu verantworten. Das habe ich nun schriftlich. Wie das konkret aussehen wird - keine Ahnung. Zumal ich immer wieder juristischen Beistand fordere - den finanziert Kirche nicht - was für ein Schwachsinn! Auch das checken die nicht: die Dauerschleife, denen trauen zu müssen. Diese ständige Ohnmacht.

Was auch nicht relevant zu sein bleibt ist das Bystandertum, das nicht geahndet wird. Geschweige denn das Nachforschen, ob es weitere Betroffene gibt. Und das sich Verschanzen hinter allen Ausreden, nichts zu tun, was dann aber als: wir handeln verkauft wird: also weiter Gazlightning.

Ich habe externe Begleitung bei Gesprächen dabei und dokumentiere alles. Damit mir nicht wieder was untergeschoben wird.

Wie es ausgeht? Keine Ahnung. Und wann. Garantiert wird weiter gepokert.

Klar ist: wir müssen das Vorgehen öffentlich machen. Damit die uns nicht weiter für dumm verkaufen können!

Für März 25 war nun Vereinheitlichung angesagt. Wie üblich: schwammig. Ohne konkretes Veröffentlichungsdatum.

Lasst euch nicht Einschüchtern und weiter demütigen!

"Die Scham muss die Seite wechseln!" G.Pelicot


 
Veröffentlicht : 08.03.2025 20:43
Kea hat reagiert
(@Anonym 95)
Beiträge: 35
 
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Ich möchte auch von meinen Erfahrungen mit dem Antrag auf Anerkennung meines Leids und auf eine sogenannte (finanzielle) Anerkennungsleistung berichten.

Ich habe im Frühjahr 2024 nach einem Vorgespräch mit einer Verfahrenslotsin den Antrag bei der Kommission gestellt. Da ich meine Erlebnisse nicht aufschreiben wollte, entschied ich mich für eine Anhörung bei der Kommission. Ende August erhielt ich schließlich die Einladung zur Anhörung Ende November. Neben meiner Verfahrenslotsin nahm ich eine enge Freundin als Begleitung mit in die Anhörung. Den Kontakt mit den Kommissionsmitgliedern und zwei Frauen aus der Kirchenleitung empfand ich während der Anhörung als respektvoll und empathisch zugewandt. Ich konnte alles sagen, was mir wichtig war, es wurde zugehört und interessiert (und nicht kritisch) nachgefragt. Es wurde schon in diesem Gespräch das Versagen meiner damaligen Kirchengemeinde klar benannt. Auch mögliche weitere Handlungsschritte wurden besprochen. Insgesamt fand ich diesen Termin anstrengend, aber gut.

Den Kontakt danach empfand und empfinde ich nach wie vor schleppend und nervenaufreibend. Ich möchte nicht ausufernd schreiben, aber die E-Mails sind halt kurz angebunden, nicht immer klar verständlich formuliert und lassen teilweise lange auf sich warten.

Ich bekam Ende Dezember die Entscheidung der Kommission schriftlich mitgeteilt. Auf einer einzigen Seite war Platz genug, um u.a. mein erlebtes Leid anzuerkennen, die Taten als Straftaten zu benennen, das Versagen der Kirche einzuräumen, die eigene Erschütterung und Empörung zu benennen, mir eine Geldsumme zuzusprechen (keine Erläuterung zu dem Zustandekommen der konkreten Summe), mir viel Kraft zu wünschen, mir anzubieten mich erneut an die Kommission zu wenden und mich nach meiner Kontoverbindung zu fragen. Eine einzige Seite - irgendwie ernüchternd.

Aber wie mit meinem konkreten Wunsch bezüglich der Information an die betreffende Kirchengemeinde umgegangen wird (das hatte ich klar formuliert), erfahre ich nicht. Null Information!

Meine Bitte um Zusendung der Anhörungsprotokolls wurde zunächst ignoriert. Auf Nachfrage wurde „vorab“ eine Mitschrift zugesandt, bis das Protokoll „genehmigt“ sei. Was auch immer das heißt. Seither wieder etliche Wochen Funkstille und immer noch kein Protokoll in meinem Posteingang.

Und die Anfrage der VBG an die Kommission (die Taten fanden u.a. im Ehrenamt statt) wird seitens der Kommission auch wieder mit sehr viel Zeitverzögerung angegangen. Ich warte und warte auf Reaktion der Kommission. Mal davon abgesehen, dass ich von der Kommission den Hinweis auf Meldung bei der VBG erwartet hätte. Darauf bin nur dank „Vertuschung beenden“ gekommen.

Mein Fazit: Es hat sich für mich richtig angefühlt, meine Geschichte vor der Kommission zu erzählen. Ich finde es richtig, dass ich eine Geldsumme erhalten habe. Die Höhe empfinde ich als willkürlich und meinem Leid und dessen Auswirkungen auf mein Leben nicht angemessen. Wirklich ärgerlich und oft auf hilflos macht mich die Kommunikation mit der Kommission.


 
Veröffentlicht : 09.03.2025 19:03
Kea hat reagiert
Vertuschung-beenden Official
(@vertuschung-beenden-official)
Beiträge: 244
 
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@betroffeninberlin Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen so offen teilst!


 
Veröffentlicht : 09.03.2025 20:57
Kea hat reagiert
Kea
(@kea)
Beiträge: 11
 
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@pimpinella

Dir auch vielen lieben Dank für Deine Antwort! Ich bin ziemlich erschüttert, die Erfahrungen zu lesen und es tut mir leid, dass ich erst heute antworte. Mir fehlen manchmal die Worte und die Kraft, hier zu schreiben.

Es ist perfide, die Kommissionsmitglieder nicht zu nennen und es mit den neuen Anerkennungsregelungen zu begründen; die Begründung erschließt sich mir auch rein sachlich nicht. Wie soll man sich auf ein "Gespräch" einlassen können, bei dem noch nicht einmal das Gegenüber bekannt ist? Das ist schon harter Tobak...

Ich kann gut nachfühlen, was Du beschreibst. Es hat etwas fremdbestimmtes, dieses Abschließen sollen, obwohl Wesentliches nicht aufgearbeitet ist. Bei mir ist das ähnlich. Gleichzeitig Erleichterung diesen schweren Prozess hinter sich lassen zu können. Wahrscheinlich könntest Du deinen Fall auch erneut vorlegen, wenn Du nach den neuen Regelungen eine höhere Summe erhalten würdest.

Wenn es weitere Betroffene gibt, müsste dem nachgeforscht werden, ich finde es unfassbar, in wie vielen Tatkontexten (bei mir auch) das ganz bewusst nicht geschieht. Ich frage mich, wie die jeweiligen Personen, die dafür verantwortlich sind, es mit ihrem Gewissen ausmachen. Vielleicht kannst Du Dir zumindest sagen, dass Du mit deiner Meldung deiner Verantwortung nachgekommen bist, denn, so oft übernehmen wir die Schuld- und Schamgefühle und die gesamte Verantwortung, obwohl sie nicht bei uns liegt!

Ich hoffe sehr und wünsche Dir und uns Betroffenen, dass es uns trotzdem auf lange Sicht gut gehen möge - und die Narben sehr gut versorgt werden!

Lieben Gruß, Kea


 
Veröffentlicht : 10.03.2025 12:04
LindaBlue hat reagiert
Kea
(@kea)
Beiträge: 11
 
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@jeanne-v

Vielen Dank für deinen Bericht!

Das ist schon wieder unsäglich zu lesen, wie lange dein Antrag nicht bearbeitet wird. Ich finde, daraus ergibt sich die Forderung ans Befo sich dafür einzusetzen, dass Kirche/Diakonie sich auf maximale Bearbeitungszeiten verpflichten und bei Nichteinhalten automatisch eine Vertragsstrafe an die wartenden Betroffenen ausgezahlt werden muss.

Rechtsbeistand wurde mir auch verwehrt, bzw. ich dann eingeschüchtert nach dem Motto wenn Sie hier mit Rechtsanwalt aufkreuzen, werden wir uns ebenfalls rechtlich vertreten lassen - man rate, wer hier mehr Ressourcen und teurere Anwälte hat...

Dein Ohnmachtsgefühl kann ich auch sehr gut mitempfinden, wie soll man sich auch fühlen angesichts dieser Machenschaften, denn es sind einfach sehr bewusst angewandte Strategien und es ist so schwer auszuhalten.

Ich finde auch, dass wir es einfach dokumentieren müssen und immer wieder öffentlich machen müssen, so weit wie jede*r möchte und kann.

Lass Du dich auch nicht einschüchtern und demütigen und unterkriegen, denn die Scham wird definitiv die Seite wechseln!

Liebe Grüße,Kea


 
Veröffentlicht : 10.03.2025 12:50
LindaBlue hat reagiert
(@pimpinella)
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@kea Vielen Dank für deine empathischen Zeilen. Ja, ich denke auch, wenn es ein GESPRÄCH gegeben hätte, hätten die mir ja wohl nicht anonym gegenübersitzen können. Ein Gespräch mit der Kommission wurde mir aber nicht angeboten. Und ehrlicherweise hätte ich es auch nicht angenommen, bzw. annehmen können, weil ich dann nur rumgeheult hätte, was aber vielleicht noch authentischer meine echte Betroffenheit gezeigt hätte, als schriftliche durchdachte Formulierungen.

Ich denke schon, dass die Kirche sich ehrlich bemüht hat, weitere Nachforschungen zu tätigen. Sie selbst sagt, dass ein direktes Nachfragen bei den Stellen, die der Täter innegehabt hat, aus Datenschutzgründen nicht möglich sei. So bleibt wohl nur, entsprechende Akten von kirchlichen Arbeitgebern zu sichten. Wir wissen ja, dass sich da oft nichts findet, da eben häufig vertuscht wurde. Ich denke aber auch, dass zum Aufdecken wichtig wäre, meiner damaligen Gemeinde die Tat mitzuteilen, damit diese dann z.B. auf ihrer Homepage nach weiteren Betroffenen suchen könnte. Die mehrmalige Frage, ob die Kirche dies getan hat, blieb bis heute unbeantwortet. Ob die Gemeinde dann aktiv würde, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Vernetzung mit der anderen Betroffenen ermöglicht sie mir nicht. Sie möchte ihr meine E-Mail nicht mitteilen.

Ich halte es einfach für sehr wahrscheinlich, dass ein Täter, der schon in den 80ern mehrfach auffällig geworden ist und der bis wahrscheinlich vor kurzem durchgehend mit Jugendlichen dienstlich oder ehrenamtlich gearbeitet hat, mehr Taten begangen hat, als die, die schon bekannt sind.

Dass ich selbst die Gemeinde informieren kann, ist mir schon klar. Aus verschiedenen Gründen möchte ich dies (noch) nicht.

Danke nochmals für dein Verständnis und ich erwarte nicht unbedingt eine Antwort, schon gar keine schnelle. Wir alle müssen mit unseren Kräften haushalten.

Liebe Grüße


 
Veröffentlicht : 10.03.2025 12:51
LindaBlue und Kea haben reagiert
Kea
(@kea)
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@pimpinella

aber ich sende mal ein ich hab`s gelesen und ich kann`s sehr gut verstehen! Solidarische Grüße!


 
Veröffentlicht : 10.03.2025 13:14
Pimpinella hat reagiert
Jeanne V.
(@jeanne-v)
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@pimpinella

Ich lese auch, was du und die anderen schreiben. Diese Ohnmacht ist unaushaltbar!

Fakt ist, dass auch im Jahr 2025 Betroffene aus Gemeinden ausgegrenzt bleiben.

Mir wurden 2025 (!) Umzugskosten angeboten, das ist die Lösung, mach jahrelangem ausgesessen werden: Betroffene müssen gehen! Denn wir würden uns ja eh nicht mehr wohlfühlen in der Gemeinde? Ja. Mit solchen Menschen will ich nichts mehr zu tun haben - allerdings war ich jahrelang suchend und wurde an der Nase rum geführt und immer hingehalten!

Aber natürlich wurde die Jahre zuvor so sehr gehandelt von Kirchenseite aus!

Dass achtsam und betroffenenfreundlich gehandelt wird, wenn im Gemeindebrief eine Anzeige veröffentlicht wird, somit Beschuldigte proaktiv informiertwerden!? Ich konnte es nicht verhindern! Wurde stattdessen weiter belogen von Kirchenmenschen und keiner - Kirchenleitende , verweisen an sogenannte Fachstellen, die aber nicht weisungsbefugt sind - kann dagegen etwas tun! Denn das, was die Gemeinden tun, auf das haben nur die Gemeinden Einfluss, weder sogenannte Fachstellen geschweige denn Kirchenleitende.

Und nach weiteren womöglich Betroffenen zu fragen, besteht natürlich auch keine Relevanz und Anlass. Aber nach aussen entwarnen und proaktiv mitteilen: es wären keine Jugendlichen betroffen.

Das sind die Momente, wo dann auf Strafrecht verwiesen wird! Und gleichzeitig gesagt wird: wir haben alles in unseren Möglichkeiten liegende getan! ( wieder Täterschützend)

Nein, nicht ich bin wirr. Das Aussen windet sich darum, zu sagen: es tut uns leid. Wir haben jahrelang Täter geschützt und Victimblaming betrieben und Betroffenen nicht geglaubt, stattdessen so getan, als wäre nicht wirklich was ( Gazlightning) .

Das ist Psychoterror und maximal retraumatisierend!


 
Veröffentlicht : 10.03.2025 13:43
Pimpinella und Kea haben reagiert
(@Anonym 97)
Beiträge: 62
 
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Die hier geschilderten Erfahrungsberichte machen mich traurig und berühren mich sehr. Ich habe zwei Anerkennungsverfahren beim Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe durchlaufen und habe zwei Anerkennungsleistungen in Höhe von insgesamt EUR 10.000,00 erhalten. Dieser Betrag ist in Anbetracht des erlittenen Leids "sexuellem Kindesmissbrauch" mit schwersten traumatischen Folgen in keinster Weise auch nur annähernd angemessen. Die Behandlung meines Anliegens habe ich als sehr distanziert empfunden, teilweise hat man meinen Ausführungen keinen Glauben geschenkt, die Verfahren unnötigerweise in die Länge gezogen und die getroffenen Entscheidungen wurden nicht begründet. Auch gab es von der Kommission kein Wort des Bedauerns und man hat sich auch für das mir zugefügte Leid in beiden Verfahren nicht entschuldigt. Im zweiten Verfahren hatte ich zudem die Diakonie gebeten, doch auf die Einrede der Verjährung zu verzichten, damit ich eine mögliche Klage auf Schmerzensgeld in Erwägung ziehen könnte. Die katholische Kirche hat dies in einzelnen Fällen bereits zugelassen, mit der Folge, dass Schmerzensgeldzahlungen in Höhe von EUR 300.000,00 dem Kläger vom Gericht zugesprochen wurden. Die Diakonie an mein Ansinnen abgelehnt mit der Begründung, dass man rechtlich nicht zuständig sei. Diese Antwort hat mich doch sehr verwundert, zumal man sich in beiden Anerkennungsverfahren ja als rechtlich zuständig gefühlt hat. Daher bin ich weiterhin sehr skeptisch, ob die EKD/Diakonie künftig wirklich ernsthaft an der Aufarbeitung der Gewalttaten innerhalb ihres Verantwortungsbereiches und auch an einer angemessenen Opferentschädigung interessiert sind. Wir als Opfer müssen auch künftig immer wieder die Kraft finden, gegen die sehr schwerfälligen Strukturen der Kirche/Diakonie anzugehen und uns Gehör verschaffen.


 
Veröffentlicht : 16.03.2025 10:58
Kea und Pimpinella haben reagiert
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