"Gemeinsam Anders" Herausgeberin Sarah Vecera
 
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(@lissyfromde)
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erschienen im April 2025 im bene! Verlag

ein Buch mit Beiträgen verschiedenster AutorInnen ,(kirchenfern/kirchennah), Zitat :" dieses Buch ist eine Einladung die Welt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten", .... absolut lesenswert


 
Veröffentlicht : 16.05.2025 17:19
Kea hat reagiert
(@tim1979)
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Vielen Dank für die Empfehlung.

Ich selber hatte über die facebook-Seite des BeFo-Sprechers von dem Buch erfahren.

Ich selber sehe das Projekt kritischer. Das mag daran liegen, dass ich nur Inhaltsverzeichnis und kursorisch Prolog via Netz gelesen habe und ich natürlich meine konservative Brille in politischen (in Tradition Adenauers und Kohls) und theologischen Bereich (in Tradition der lutherischen Orthodoxie) nicht abgelegt habe,

Nichtsdestotrotz:

1) Das Engagement des Autors des Artikels "Eintreten für eine Kirche der intersektionalen Verbundenheit" für Aufarbeitung in der hannoverschen Landeskirche kann mE nicht hoch genug gelobt werden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dem intersektionalen Denken nicht ein dualistisches Weltbild zu Grunde liegt. Sachverhalte und Personen sind ja oftmals differenziert zu sehen. Desmond Tutus Engagement für die Abschaffung der Apartheid und die Versöhnung in Südafrika wurde mE zu Recht gelobt, sein auf dem Gedanken intersektionaler Verbundenheit beruhendes Eintreten für die BDS-Bewegung (Boykott Israels) sah ich vor dem Hintergrund deutscher Geschichte problematisch. Gleiches gilt für die Symphatie des Artikelautors für Angela Davis. Ihr Eintritt gegen den Rassismus in den USA ist richtig, ihre frühere Nähe zu Ostblockgrößen wie Erich Honecker halte ich für problematisch.

2) Queer-divers-anders: Die LBGQTI-Bewegung sollte sich mE darüber klar werden, welche Gruppen sie integrieren will. Die Integration von Personen wie Petplayer oder BDSMler sehe ich problematisch.

3) Sexarbeit auf Evangelisch. Plädoyer für sexpositive Kirche in Solidarität mit Sexarbeiter*innen: Hier bin ich mir nicht sicher, ob auf diesem Gebiet gerade Teile der evangelischen Frauenarbeit sich die richtigen Verbündeten wählen (s. meine Beiträge zur Sexualethik) und hier ungewollt die Interessen von Leuten vertreten, die eigentlich gerade aus feministischer Perspektive und unter dem Aspekt der Prävention vor sexueller Gewalt kritisch zu sehen sind.

4) Die zweite Schuld: Als jemand der mit innerkirchlichen Warnungen in Bezug auf Entdeckungen in Bezug auf eine mutmaßliche Sexualstraftat teilweise auf taube Ohren gestoßen ist, glaube ich die Intention des Autors zu verstehen. Durch Wegsehen, Vertuschen etc. macht sich Kirche erneut schuldig. Mir ist der Begriff allerdings bekannt durch die Diskussion über die NS-Aufarbeitung in der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Ich bin mir nicht sicher, ob die Begriffswahl daher für Dritte nicht irritierend wirken muss und somit kontraproduktiv wirken muss.

In der Hoffnung, von Lesern des Buches widerlegt zu werden, grüßt herzlich

Tim


 
Veröffentlicht : 17.05.2025 17:36
(@tim1979)
Beiträge: 234
 
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@kea Es gibt Nachrufe, die dem Ruf eines Verstorbenen gut tun und andere nicht. Zur zweiten Kategorie scheint mir folgender zu gehören:

Mit Desmond Tutu hat die Menschheit einen Propheten der Gerechtigkeit und des Friedens verloren | BDS-Kampagne

Wenn das F-16-Zitat tatsächlich so gefallen ist, verstört es mich sehr.

Ich weiß allerdings nicht, ob konkret BDS oder der Nahost-Konflikt insgesamt für den Sammelband von Relevanz sind. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Welt nicht immer so einfach ist, wie manche Vertreter einer woken Intersektionalität manchmal zu glauben scheinen.

Ganz herzliche Grüße

Tim


 
Veröffentlicht : 22.05.2025 13:18
Kea hat reagiert
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