Anmerkungen und Fragen zur "Neuen Hausordnung" auf BeNe
 
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Guten Tag,

herzlich willkommen im Betroffenen-Netzwerk BeNe.

Dieses Netzwerk beschäftigt sich mit dem sensiblen Thema sexualisierte Gewalt. Zu eurem Schutz lassen wir BeNe durch eine Moderation begleiten. Dies kann leider nicht 24/7 geleistet werden.

 

Seit Oktober 2025 gilt die neue Hausordnung (letzte Änderung November 2025)

 

Sicherheitshinweis: In den öffentlichen Foren sind die Beiträge für alle Besucher*innen von BeNe sichtbar. Gehen Sie daher bitte sensibel mit Ihren Daten um. Bitte lesen Sie dazu auch den Bereich "Datenschutz", den Sie ganz unten auf der Website finden.
Wir empfehlen, einen anonymisierten Account zu erstellen, da über die Suchfunktion bereits mit wenigen Buchstaben Namen gefunden werden können.

 

Hinweis: Ab dem 01. Mai 2025 gelten folgende Moderationszeiten.
Mo-Fr.: 07:00 - 09:00 Uhr (40 Min)
Sa-So.: 09:30 - 11:00 Uhr  (40 Min)
Mo-So.: 18:00 - 20:00 Uhr (40 Min)

Feiertage: 09:30 - 11:00 Uhr (40Min)

Wir wünschen einen guten, informativen und sicheren Austausch.

AG BeNe

Anmerkungen und Fragen zur "Neuen Hausordnung" auf BeNe

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(@rainer-zufall)
Beiträge: 34
 
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@dieunbestechlichen Vielen Dank für euren sehr lesenswerten Beitrag.

Anknüpfend an den ebenfalls sehr lesenswerten Beitrag von Steppenwolf möchte ich als freie und persönliche Meinungsäußerung Folgendes ergänzen und vertiefen:

Eng damit verknüpft ist aus meiner Sicht das Paradoxon im Umgang mit Funktionsträger*innen (wie beispielsweise den Betroffenenvertreter*innen des Befos). Diese Akteur*innen, die selbst eine Betroffenengeschichte teilen, sind über die Zeit zu Personen des öffentlichen Lebens geworden. Sie geben offizielle Interviews, treten in Fernsehdokumentationen auf, unterhalten in dieser Funktion namentlich öffentliche Social-Media-Profile und werden in der bundesweiten Presse regelmäßig zitiert. Sie agieren kraft ihres Amtes politisch im Namen und als Repräsentant*innen einer gesamten Gemeinschaft.

Dass Richtlinien das konkrete Benennen dieser Akteur*innen im internen Forum untersagen und jede Kritik an ihrer Amtsführung blockieren, widerspricht den Grundregeln jeder demokratischen Debattenkultur. Wer im öffentlichen Raum Repräsentanz beansprucht, muss sich an der eigenen Basis auch an den Inhalten dieser Repräsentanz messen lassen. Das Verbot der namentlichen Nennung und sachlichen Kritik schützt hier im Ergebnis nicht die verletzliche Privatperson, sondern immunisiert das Amt und dessen politische Entscheidungen vor legitimer demokratischer Kontrolle.

Ein Blick in das Forenarchiv unterstreicht diese Schieflage: In älteren Diskussionen wurde beispielsweise die amtierende EKD-Ratsvorsitzende öfter namentlich genannt und scharf kritisiert. Auch die UBSKM-Sprecherin – die übrigens selbst eine Betroffene ist und eine öffentlich bekannte Betroffenengeschichte hat – wurde hier wiederholt namentlich thematisiert und kritisch hinterfragt. In all diesen Fällen wurden die Beiträge richtigerweise nicht gelöscht, da es sich um Personen des öffentlichen Lebens handelt. Wo also liegt hier genau der Unterschied zwischen diesen öffentlichen Personen? Einige dürfen namentlich genannt und kritisiert werden und andere nicht??? Ebenso existierten in der Vergangenheit Beiträge, die in Bezug auf die EKD und andere öffentliche Institutionen wesentlich pointierter formuliert waren und ebenfalls bestehen blieben.

Ich bin stets darum bemüht, meine Kritikpunkte sachlich zu begründen und auf einer rein analytischen Ebene mit öffentlichen Meinungsäußerungen umzugehen. Ich kennzeichne meine Beiträge explizit als Kommentare und persönliche Meinungsäußerungen. Sie bewegen sich damit vollumfänglich im gesetzlich und prozedural geschützten Raum der freien Meinungsäußerung.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die sachlich-analytische Kritik an Funktionsträger*innen sind keine Bedrohung für den geschützten Raum, sondern das Fundament jeglicher strukturellen Beteiligung. Wo sachliche Argumente unsichtbar gemacht werden, verliert ein Forum letztlich nicht nur die Debatte, sondern auch die Glaubwürdigkeit an seiner eigenen Basis.

Gerade eine Plattform, die sich der Aufarbeitung von Machtmissbrauch verschrieben hat, sollte sensibel dafür sein, dass das pauschale Abweisen von Kritik bei vielen Betroffenen alte Ohnmachtserfahrungen reaktiviert. Wahre Sicherheit entsteht nicht durch das Ausblenden unbequemer Fragen oder Kommentare, sondern durch den Mut, sich ihnen gemeinsam und transparent zu stellen.


Dieser Beitrag wurde vor 1 Tag von Rainer Zufall  geändert
 
Veröffentlicht : 08.06.2026 11:35
(@chuck-novis)
Beiträge: 5
 
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Hallo @steppenwolf (der Alias gefällt mir)

„Warum braucht Chuck Novis keine Hausordnung?
Weil sich das Haus nach ihm richtet!“

Was wie ein schlechter Witz klingt, beschreibt bei BeNe eine bittere Realität.

Statt das System von Anfang an für Betroffene zu gestalten, sollen sich die Betroffenen an die Vorstellungen der Kirche anpassen.
An ein Konzept, das bis heute viele Fragen offenlässt.
An Zuständigkeiten, die oft unklar sind.

Und an ein BeFo, das auf Kritik lieber mit Schweigen reagiert, als sich ehrlich mit den Problemen auseinanderzusetzen.

Besonders deutlich wird das bei der vorliegenden Hausordnung. Eigentlich sollte sie Schutz und Sicherheit für Betroffene schaffen.

 

Doch mit jeder neuen Version wurde sie komplizierter und schwerer verständlich. Statt die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen, wirkt sie immer stärker wie ein Instrument zum Schutz der Institution.

Das eigentliche Problem ist dabei nicht nur die Widersinnigkeit der Hausordnung zwischen Anspruch und Durchsetzbarkeit.
Das Problem ist die gesamte Haltung dahinter.

 

Solange Betroffene sich dem System anpassen müssen, statt das System den Bedürfnissen der Betroffenen, läuft etwas grundlegend falsch.


 
Veröffentlicht : 08.06.2026 12:22
(@pimpinella)
Beiträge: 225
 
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@rainer-zufall und andere

Immer wenn hier auf BeNe etwas gelöscht oder ausgeblendet wurde und wird, erinnere ich mich an das Ohnmachtsgefühl, das ich hatte, als ein Post von mir einmalig (!) vor einiger Zeit fälschlicherweise (!) und unabsichtiger Weise (!) "ausgeblendet" wurde. Das fühlt sich wirklich schlecht an. Und es sollte klar benannt werden, was genau an einem Beitrag "anstößig" oder nicht den Hausregeln genügend ist und warum. Einfach nur löschen, so scheint es ja gewesen zu sein, geht meines Erachtens gar nicht und macht auch was mit mir, die hier auch noch ab und an aktiv ist.


 
Veröffentlicht : 08.06.2026 12:53
(@luziferinchen)
Beiträge: 24
 
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@pimpinella

Habe ich gerade, dieses Ohnmachtsgefühl. Vier Beiträge von mir sind ausgeblendet.

Wenn die Moderator:innen nicht erklären müssen, warum sie etwas ausblenden, werden sie wohl auch nicht angeben müssen, wie viele Meldungen für eine Ausblendung gebraucht werden bzw. ob überhaupt welche.

Im Chrome-Browser springt dieses Forum übrigens immer zurück auf Seite 1. Im Safari z.B. nicht.

 


 
Veröffentlicht : 08.06.2026 13:03
(@moderation-2)
Beiträge: 233
Mitglied Moderator
 
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@dieunbestechlichen Die Aufgabe der Moderation besteht weiterhin darin, einen sachlichen Austausch in den einzelnen Foren, themenbasiert zu unterstützen. Die Moderation löscht nicht einfach Beiträge. Gibt es zu einem oder mehreren Beiträgen Meldungen von anderen Usern, werden diese Beiträge ausgeblendet. Die Moderation begründet diesen Vorgang mit den Meldungen. Weiterhin werden Beiträge, die Unterstellungen oder abwertende Äußerungen enthalten, auch mit Meldung an den User, ausgeblendet.


 
Veröffentlicht : 08.06.2026 18:29
(@steppenwolf)
Beiträge: 46
 
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Gestern morgen wurde im Forum ein ausführlicher Beitrag zur neuen Hausordnung von „dieUnbestechlichen“ veröffentlicht. Darin wurden konkrete Fragen zur Auslegung einzelner Regeln und zur Praxis des Ausblendens und Löschens von Beiträgen gestellt. Die Fragen waren sachlich formuliert und bezogen sich konkret auf die Hausordnung.

Gestern um 20:29 Uhr hat die Moderation darauf geantwortet.

 

Mein erster Gedanke war: Endlich. Jetzt gibt es vielleicht Klarheit.

 

Nach dem Lesen blieb allerdings Ernüchterung zurück.

 

Denn keine der gestellten Fragen wurde beantwortet.

 

Stattdessen erklärte die Moderation erneut ihre Aufgabe, einen sachlichen Austausch zu unterstützen und bei Meldungen von Nutzerinnen und Nutzern Beiträge auszublenden. Das mag als allgemeine Information richtig sein. Nur wurde danach gar nicht gefragt.

Interessant ist dabei ein anderer Punkt: Die Antwort bestätigt ausdrücklich, dass Meldungen von Nutzerinnen und Nutzern dazu führen können, dass Beiträge ausgeblendet werden.
Aber: Sowohl in der Hausordnung als auch in der Antwort fehlt jedoch ein entscheidender Zwischenschritt: die Prüfung des gemeldeten Beitrags.

 

Natürlich wird vermutlich geprüft. Aber genau darum ging es in den Fragen: Nach welchen Kriterien? Durch wen? Wie wird sichergestellt, dass Kritik nicht mit Regelverstößen verwechselt wird?

 

Auf diese Fragen gab es keine Antwort.


Das eigentliche Problem liegt nicht bei der Moderation

 

Dabei wäre es zu einfach, die Diskussion auf die Moderatorinnen und Moderatoren zu reduzieren.

Die Moderation setzt die Hausordnung um. Sie hat diese Regeln (hoffentlich) nicht selbst geschrieben.

Der eigentliche Knackpunkt ist also die Hausordnung selbst.

Je länger ich mich damit beschäftige, desto stärker entsteht bei mir der Eindruck, dass damit versucht wurde, konzeptionelle Defizite und technische Schwächen der Plattform durch immer mehr organisatorische Regeln zu kompensieren.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die ursprüngliche Ankündigung von BeNe. Dort wurde erklärt:

 

„Sicherheit und Schutz haben für uns absolute Priorität.“

 

Das ist ein wichtiges und richtiges Ziel.

Doch die Frage lautet: Wie wird dieses Ziel erreicht?


Viele Regeln lassen sich kaum kontrollieren

Einige Vorgaben der Hausordnung sind in der Praxis nur schwer oder gar nicht kontrollierbar.

Beispielsweise das Verbot von Screenshots oder der Weitergabe von Inhalten außerhalb der Plattform. Niemand kann zuverlässig feststellen, ob ein Screenshot erstellt, ein Textbeitrag bei BeNe unzulässig weiterverarbeitet oder ein Beitrag mit dem Handy fotografiert wurde.

Ähnlich verhält es sich mit dem Verbot von Proxyservern (was ist da eigentlich mit gemeint?) oder der Wiederanmeldung nach einer Sperrung. Auch hier sind die Kontrollmöglichkeiten offensichtlich begrenzt.

Die Folge ist ein Spannungsverhältnis:

Einerseits enthält die Hausordnung weitreichende Verbote, deren Einhaltung kaum überprüft werden kann.

 

Andererseits räumt sie der Moderation bei den tatsächlich kontrollierbaren Maßnahmen einen sehr großen Ermessensspielraum ein. Beiträge können ausgeblendet, gelöscht oder Nutzerinnen und Nutzer gesperrt werden. Nach der Hausordnung kann das Hausrecht sogar ohne gesonderte Begründung ausgeübt werden.

 

Genau an dieser Stelle entsteht das eigentliche Problem.

Wer die aktuellen Debatten verfolgt, bekommt zunehmend den Eindruck, dass die eigentliche Auseinandersetzung gar nicht mit der Moderation geführt werden kann!

- Die Moderation verweist auf die Hausordnung.

- Die Verantwortlichen verweisen auf die Moderation.

- Und (fast alle) offenen Fragen bleiben unbeantwortet.

Dadurch entsteht eine Situation, in der unangenehme oder kritische Diskussionen nicht inhaltlich geführt werden müssen.
Stattdessen werden sie auf die Ebene der Hausordnung verschoben.

Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, wird jede Diskussion über einzelne Löschungen oder Ausblendungen im Kreis laufen.

Denn das Problem ist nicht die einzelne Moderationsentscheidung.

Das Problem ist ein Regelwerk, das an vielen Stellen Interpretationsspielräume eröffnet, ohne gleichzeitig die nötige Transparenz zu schaffen.

Wer Vertrauen schaffen möchte, braucht deshalb nicht nur Regeln.

Er braucht nachvollziehbare Antworten auf berechtigte Fragen.

Denn auch hier gelingt es nur, wenn „Ehrlichkeit wichtiger ist als das Bewahren von Strukturen“ … und einer offensichtlich nicht sachgerechten Hausordnung möchte man das Zitat eines bekannten Betroffenen ergänzen!


 
Veröffentlicht : 09.06.2026 5:35
(@moderation-2)
Beiträge: 233
Mitglied Moderator
 
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@luziferinchen Bitte schreiben sie Fehlermeldungen direkt per Mail an uns. Bitte bleiben Sie beim Thema dieses Forums.


Dieser Beitrag wurde vor 27 Minuten von Moderation 2  geändert
 
Veröffentlicht : 09.06.2026 15:06
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